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             „Dankbarkeit ist die schönste Form der Erinnerung.
                                                                 Musik ist die schönste Form von Trost."
                                                                                                                      Stefan Bohle

 

Die Parabel der Sanduhr

von Stefan Bohle

Unser Dasein folgt den Gesetzmäßigkeiten einer Sanduhr; die uns bemessene Zeit können wir nicht aufhalten, beschleunigen oder vermehren, wir müssen akzeptieren, wenn diese Zeit abgelaufen ist. Wir nennen unser Dasein „Leben", ohne dabei aber den Teil der abgelaufenen Zeit auf dem Boden der Sanduhr damit zu benennen; und meinen nur das Hier und das Jetzt.

Eine Sanduhr aber ist darauf angelegt umgedreht zu werden, um ihren Sinn zu erfüllen. Sie beschreibt niemals absolut, sondern immer relativ. Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass unser Leben mehr als nur ein Dasein ist. Wir dürfen annehmen, dass unser Leben unverändert fortbesteht, so es die Gesetze der Natur verlangen.

Die Sanduhr ist ein gutes, ein passendes Symbol für unser Leben: der Tod teilt es in einen sichtbaren und unsichtbaren Teil. Den einen können wir nur benennen, kontrollieren und- was wir Menschen vor allem wollen-bewahren. Den andern Teil werden wir erst dann verstehen, wenn wir selbst mit unserem letzten Körnchen Zeit durch die enge, korrespondierende Röhre der Sanduhr gegangen sind. Aber eins ist jetzt schon sicher, dass die Liebe in welcher Form auch immer: in der sichtbaren oder unsichtbaren Form bleiben wird; davon dürfen wir ausgehen und das lässt uns ruhig werden.

Es ist vielleicht kein Gesetz aber eine kosmische Pflicht, so also nicht ständig über den Tod zu grübeln, sondern unser Talent so gut wie möglich zu nutzen und solange es unsere Zeit erlaubt; in allem aber ist die Liebe das erste, oberste Gesetz.